© Achim Kleuker

9. März 2016 12:00 bis 18. März 2016 18:00

Vom Wert der Mitbestimmung

Arbeitnehmermitbestimmung in Deutschland seit 1945

Die Ausstellung ist am 12.03. und 13.03.2016 geschlossen!!

Schon im Frühsommer 1945 entstanden in den Ruinen der Wirtschaftsbetriebe und Verwaltungen in Deutschland Gremien demokratischer Mitbestimmung. Frei gewählte Betriebsräte ebneten den Weg für den Wiederaufbau der Demokratie. Nach ersten gesetzlichen Regelungen noch unter Besatzungsrecht erkämpften die Gewerkschaften in den Gründerjahren der Bundesrepublik die Mitbestimmung in Unternehmen und Betrieben. Während der Regierungszeit der sozialliberalen Koalition gelang es in den 1970er Jahren, die gesetzlichen Mitbestimmungsrechte weiter auszubauen. Vor 40 Jahren trat das Mitbestimmungsgesetz in Kraft, das Vertreterinnen und Vertretern der Beschäftigten eine paritätische Beteiligung im Aufsichtsrat großer Kapitalgesellschaften garantiert. In den letzten zehn Jahren wurden zahlreiche Europäische Aktiengesellschaften errichtet, in denen die Grundprinzipien des deutschen Mitbestimmungsmodells verankert sind.

Heute vertreten hunderttausende Betriebs- und Personalräte die Interessen der Beschäftigten. Und die Aufsichtsräte von mehr als 660 Großunternehmen sind paritätisch besetzt. Die hohe Wahlbeteiligung an den alle vier Jahre stattfindenden Betriebsratswahlen, die die Beteiligung an politischen Wahlen weit hinter sich lässt, zeugt von der lebendigen Demokratie in den Betrieben.

Die Ausstellung „Vom Wert der Mitbestimmung“ wurde im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung erarbeitet. An mehr als 20 historischen Stationen leuchtet sie aus, wie die Mitbestimmung zum zentralen demokratischen Gestaltungselement der sozialen Marktwirtschaft wurde – von der praktischen Überlebenshilfe in der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zu den Herausforderungen einer globalisierten und zunehmend digitalen Wirtschaft im 21. Jahrhundert. Wirtschaftlicher Wandel, Globalisierung und europäische Rechtssetzung fordern die Mitbestimmung heraus, ebenso wie die sich häufenden Fälle, in denen sich Unternehmen der Mitbestimmung entziehen wollen. Und immer wieder werden Betriebsratsgründungen erschwert oder sogar verhindert. Dagegen ist weitgehend anerkannt, dass die Mitbestimmung sich bewährt hat. Sie schützt die Würde der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ermöglicht einen fairen Ausgleich der Interessen, ist Teil der wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte, die Effizienz und Sozialverträglichkeit verbindet, und sie ist die unverzichtbare Entsprechung der politischen Demokratie im wirtschaftlichen Raum.