Bernd Uhlig

Tanzbild 161, 2001

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Tanzbild 501, 2000

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Dem Thema Tanz und Bewegung hat sich Bernd Uhlig (geb. 1951) in einer jahrelangen Auseinandersetzung gewidmet. Dabei geht es ihm nicht um eine Dokumentation des Tanzes als Performance eines konkreten Körpers, sondern sein Interesse gilt der Zeit, die vergeht und die aus der Bewegung einen flüchtigen Moment macht, der sofort nach dem Erscheinen wieder verschwindet.

„In gewisser Weise entspricht die Sichtweise der Fotografie dem Prinzip der Choreografie. Diese setzt sich aus einzelnen getanzten Bildern zusammen, die eine Geschichte ergeben. Und es sind oft ganz kurze, kleine Momente, die uns berühren, dank derer wir die Geschichte akzeptieren. Genauso kennen wir von der Fotografie die Faszination für den magischen unsichtbaren Moment zwischen dem Erleben der Dinge und ihrem Verschwinden. Denn jeder bewegliche Moment ist schon im Augenblick nach seiner Aufnahme weggeweht, nicht mehr vorhanden. Je flüchtiger der fotografierte Moment selber ist, desto zeitloser erscheint er uns.“ (Bernd Uhlig)

In Tanzbild 161 und Tanzbild 501 lösen sich die Bewegungen der Tänzerinnen vor der Linse der Kamera auf. Während es scheint, also ob sich bei Tanzbild 501 die Formen der Tänzer in die Betonwand der Schaubühne eingegraben haben, so entsteht in Tanzbild 161 aus den erkennbaren Umrissen der Körper im prächtigen Ballettkostüm zum rechten Bildrand hin eine abstrakte Flächenaufteilung, die nur noch die Erinnerung der konkreten Form in sich trägt. Es ist die Zeit, der Ablauf der Sekunden und Minuten, die Uhlig hier im Bild dokumentiert. Die Bewegung des Tanzes macht das gleichzeitige Verschwinden sichtbar.