Andy Warhol (1928-1987) und Jane Forth, 1971 © bpk/Digne Meller Marcovicz

4. Februar 2016 19:00

Der ewige Augenblick

Fotografien und Filme von Digne M. Marcovicz

Begrüßung Gisela Kayser, Geschäftsführerin Freundeskreis Willy-Brandt-Haus
Rede
Volker Schlöndorff, Regisseur
Hanns-Peter Frentz, Leiter bpk - Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte
Valentin Bontjes van Beek, Sohn von Digne M. Marcovicz
Martin Koerber, Leiter des Filmarchivs der Stiftung Deutsche Kinemathek
Parallel wird die Ausstellung Papas Kino ist tot eröffnet.

Lange Filmnacht ab 21.00 Uhr
Schatten, BRD 1960 (9:23 min), Kurzfilm, Regie Hansjürgen Pohland
Praktisch bildbar. Ein Wolfsjunge in Frankfurt, BRD 1982, Dokumentarfilm von Digne M. Marcovicz (75:00 min)
Mannequins, BRD 1961 (2:24 min), Werbefilm, Regie Hansjürgen Pohland
Tobby, BRD 1960 (81:00 min), Experimentelle Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm, Regie Hansjürgen Pohland
 

Zwei Jahrzehnte prägte Digne M. Marcovicz (1934-2014) als Pressefotografin des Magazins Der Spiegel den Blick auf das kulturelle Leben der Bundesrepublik. In den 1960er bis 1980er Jahren porträtierte sie u.a. Ernst Bloch mit Rudi Dutschke im Gespräch, Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll, Gerhard Richter. Zur Filmszene hatte sie einen besonderen Draht und fotografierte hinter den Kulissen Rainer Werner Fassbinder, Alexander Kluge, Volker Schlöndorff, Hanna Schygulla u.v.a.. Die Fotografin wollte mit ihren Aufnahmen den authentischen Moment festhalten, der einen Menschen oder ein Ereignis charakterisiert. Dabei legte sie wenig Wert auf Ästhetik um ihrer selbst willen. Ihre Bilder sollten vor allem lebensecht wirken und Geschichten transportieren. So lag es nahe, dass sie seit den 1980ern auch als Dokumentarfilmerin für eigene Projekte arbeitete. Daneben schuf sie anspruchsvolle Bücher wie eine mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher ausgezeichnete Publikation über den Holocaust. Mit ihrer geistigen Intensität bei der Arbeit, der Beharrlichkeit im Verfolgen von Projekten, der handwerklichen Souveränität und ihrem sensiblen Gespür für Menschen schuf sie ein Werk, das mehr bietet als eine Ablichtung von Momenten der Zeitgeschichte. Digne Meller Marcovicz stammte aus einer angesehenen Berliner Familie. Ihre Mutter Rahel-Maria Bontjes van Beek, geb. Weisbach, war eine für die damalige Zeit emanzipierte Frau, die bis 1935 erfolgreich als Innenarchitektin in Deutschland ihr Geld verdiente, bis die Nürnberger Rassengesetze ihr dies als Jüdin untersagten. Ihr Vater Jan Bontjes van Beek und ihre Halbschwester Cato wurden 1942 wegen ihrer Verbindung zum Widerstand („Rote Kapelle“) verhaftet und Cato in Plötzensee hingerichtet. Digne M. Marcovicz studierte in München Fotografie. Seit 1961 arbeitete sie als freiberufliche Fotoreporterin und Journalistin für Zeitungen und Verlage. Von 1964 bis 1985 war sie „feste freie“ Foto-Journalistin beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Sie war Filmemacherin und Autorin. Ihr fotografisches Werk hat Digne M. Marcovicz der Bildagentur bpk der Stiftung Preußischer Kulturbesitz vermacht. Der ewige Augenblick nannte Digne M. Marcovicz ihr Buch, für das sie 2012 ihre Lieblingsbilder eines halben Jahrhunderts aus dem eigenen Archiv zusammentrug. Eine Auswahl ist in der Ausstellung zu sehen sowie einige ihrer Dokumentarfilme.

Ausstellung vom 5. Februar bis 11. März 2016
Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr | Eintritt frei | Ausweis erforderlich Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. Geschäftsführerin, Künstlerische Leiterin Gisela Kayser | T 030 25 99 37 85
Presseinformationen Ela Papen | T 030 25 99 37 87 | F 030 25 99 37 88
presse@freundeskreis-wbh.de | www.fkwbh.de | Like us on Facebook

 

edition text+kritik, Wolfgang Jacobsen (Hg.): Digne M. Marcovicz, Der ewige Augenblick, Filmkünstler und Schriftsteller im Bild, 2012, 109 S., s/w Abb., € 29,80 ISBN 978-3-86916-176-1

Ausstellung vom 5. Februar bis 11. März 2016
Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr | Eintritt frei | Ausweis erforderlich

BILDUNGSPROGRAMM
CUT! Performativer und medialer Workshop des globalen Lernens für Schulklassen.
Informationen unter 030 266 42 22 42 und www.jugend-im-museum.de
Eine Kooperation mit Jugend im Museum e.V.